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Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS)

Die BPS ist eine schwerwiegende psychische Erkrankung, die für Betroffene zunächst einmal schwer fassbar und auch für Fachleute diagnostisch nicht immer leicht zu erkennen ist. Der Grund dafür ist, dass es sich um eine Erkrankung handelt, die eine Fülle von Symptomen verursachen kann, welche einzeln betrachtet auch auf ganz andere Krankheitsbilder schließen lassen könnten.

Kernsymptome einer BPS in Abgrenzung zur Depression sind folgende:

- Intensive und zugleich instabile zwischenmenschliche Beziehungen mit extremen Schwankungen zwischen Idealisierung und Abwertung, verbunden mit der chronischen Befürchtung, verlassen zu werden

- Impulsives und teils destruktives Verhalten (impulsive Handlungen mit Tendenz zu Streitereien und Konflikten, Selbstschädigungen, wie Schneiden, Ritzen, Schlagen, um sich selbst besser zu spüren oder unerträgliche Spannungen abzubauen)

- Deutliche Wechsel in der Stimmungslage und im Selbstbild (Störungen der Gefühlsregulation und Instabilität des Selbstbildes)

Vor allem der letzte Punkt führt häufig zu Verwechslungen mit einer Depression. Wenn ein Mensch mit einer BPS größere affektive (d.h. die Stimmung betreffende) Probleme hat, wie zum Beispiel Stimmungstiefs, Schwermut und Niedergeschlagenheit, so kann die Störung wie eine Episode im Rahmen einer Depression aussehen. Während eine BPS meist im frühen Erwachsenenalter beginnt und durch einen langwierigen Verlauf (über viele Jahre hinweg) gekennzeichnet ist, sind depressive Episoden im Rahmen einer klassischen Depression ein zeitlich begrenztes Geschehen und zwischen den Episoden bestehen in der Regel keine Symptome mehr. Desöfteren kommt es auch nur zu einer einzigen zeitlich begrenzten Episode.

Bei einer BPS kann es zwar auch zu längeren depressiven Phasen kommen, allerdings bestehen zwischen den Phasen immer  noch weitere Symptome. Auch ein schneller Wechsel zwischen sehr depressiver Stimmung und deutlicher Aufhellung ist eher charakteristisch für eine BPS. Häufig beschreiben BPS Patienten, von Gefühlen „überflutet“ zu werden und „die Spannung oder den Schmerz einfach nicht mehr auszuhalten“.  Als „Gegenmaßnahmen“ (mit dem Ziel, Spannung und Gefühle wie Schmerz, Wut, Scham  zu reduzieren) werden Verhaltensweisen wie bulimische Symptome, Zwangssymptome oder Dissoziation und Selbstverletzung eingesetzt.

Ursächlich sind der Störung neben genetischen Faktoren sehr häufig schwierige Bedingungen in der Ursprungsfamilie und/oder verschiedene Traumata.

Ein Ziel für die Betroffenen ist es, gleichsam ihre eigenen Gefühle zu validieren, aber in der dimensionalen Ausbreitung und Intensität kontrollieren zu lernen.

Hierfür wurden spezielle Therapien wie  die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) nach Marsha M. Linehan  konzipiert.

Weitere Informationen und Hinweise für Betroffene gibt es zum Beispiel hier: http://www.blumenwiesen.org/borderline.html

Quellenangaben:

Beck et al.: Kognitive Therapie der Depression, 5. Auflage, 1996, Psychologie Verlags Union

Fiedler, Peter: Persönlichkeitsstörungen, 4. Auflage 1998, Psychologie Verlags Union

Faust, Volker: www.psychosoziale-gesundheit.net

König, Karl: Charakter, Persönlichkeit und Persönlichkeitsstörung, Klett-Cotta, 2004