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Der tragische Suizid von Robert Enke jährt sich zum 5. Mal

 

Trauerkränze auf dem Fußballfeld mit Text: Wir trauern um Robert Enke.

 

Am 10. November 2009 warf sich der beliebte Sportler vor einen Zug und beendete damit sein Leben, das er aufgrund schwerer Depressionen nicht mehr ertragen konnte.

Wir von der DDL werden diesen Tag ebenso wenig vergessen wie diejenigen, die Robert Enke nahe standen und ihn verehrten. Die folgenden Tage über standen bei uns die Telefone nicht mehr still. Beispielsweise wollten schockierte Sportberichterstatter wissen, wie es möglich sei, dass ein aktiver und kämpferischer Mann wie Robert Enke sich in einem solchen seelischen Zustand befinden kann. Wir versuchten so gut es ging, das Unerklärliche zu erklären.

Hunderttausende Depressionskranke in Deutschland bewältigen irgendwie ihren Alltag, aber innerlich sind sie ausgebrannt und verzweifelt. Niemand merkt es. Auch deshalb, weil niemand es merken soll. Über diese Krankheit redet man nicht. Auch heute, fünf Jahre später, fällt dies immer noch schwer. Robert Enkes Tod hat gewiss aufgerüttelt und das öffentliche Interesse an der verborgenen Volkskrankheit scheint heute größer zu sein als vor fünf Jahren. Die Enttabuisierung macht gewisse Fortschritte, ist aber noch lange nicht ausreichend.

Viel unzufriedener sind wir mit dem Gesundheitssystem, welches es sich immer noch leistet, die therapeutische Versorgung so unzureichend zu gestalten, dass nach wie vor monatelange Wartezeiten auf Behandlungstermine und Therapieplätze in Kauf zu nehmen sind. Depressionen sind noch lange nicht eine Krankheit wie jede andere. Wir fürchten, sie wird von der Politik nicht einmal ernst genommen. Denn anders ist dieser laxe Umgang mit einer Volkskrankheit kaum zu erklären.

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