Kommentar: Vom "depressiven Formenkreis" zum Massenmord?

Dennis Riehle von "Selbsthilfe Zwang, Phobie, psychosomatische Erkrankungen und Depression" hat einen Kommentar zur Berichterstattung der letzten Zeit verfasst. Ein Auszug:

Nach jeder Bluttat zittere ich erneut. Zunächst einmal im Schock über die Grausamkeit, die wieder einmal angerichtet wurde. Nein, solche Eindrücke dürfen nicht zum Alltag werden. Sie ermahnen uns zum Innehalten. Und doch warte ich dann stets auf diesen einen Satz – und fürchte mich. „Der Täter war offenbar psychisch krank“, immer öfter hören wir diese Aussage bei Katastrophen, bei einzelnen Amokläufern, ob nun damals in Winnenden, in der „Germanwings“-Maschine über den Alpen oder jetzt im Einkaufszentrum in München.

Warum mich diese Zuschreibung ängstigt – und gleichzeitig empört? Wenn man, wie ich, selbst seelisch erkrankt ist, wird man in den folgenden Tagen und Wochen nach solchen Ereignissen immer wieder gefragt, muss sich rechtfertigen, sein eigenes Leiden ausbreiten – und feststellen: „Nein, nicht jeder, der eine Depression hat, wird zum Massenmörder“. [...]

Hier finden Sie den gesamten Kommentar.

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