Gründungsgeschichte der Deutschen DepressionsLiga e.V

Alle Gründungsmitglieder lernten sich im Diskussionsforum des Kompetenznetzes Depression (heute Stiftung Deutsche Depressionshilfe) zunächst virtuell kennen. Bei verschiedenen Forentreffen begegnete man sich auch persönlich. In vielen Gesprächen wurde deutlich, wie wohltuend der Austausch unter Betroffenen ist, aber auch, wie schwer es ist, mit dieser Erkrankung zu leben in einer Gesellschaft, die überwiegend nichts darüber weiß oder aber unzutreffende Einstellungen hat.

Bekannnt war auch, dass es zwar mittlerweile sehr gute Behandlungsmöglichkeiten gibt, aber immer noch nur rund 10% der Betroffenen auch adäquat behandelt werden, sei es, weil sie aus Angst vor Stigmatisierung selbst davor zurückscheuen, sei es, weil die Depression über Jahre hinweg nicht als solche erkannt wird oder auch weil sie keinen geeigneten Psychotherapieplatz finden. Es gibt Lücken in der Versorgungslandsschaft, z.B. beim Übergang stationäre – ambulante Behandlung, und etliche andere Punkte, in denen sich die Betroffenen eine deutliche Verbesserung wünschen.

So entstand die Idee, sich aus eigenen Kräften für die Belange der Betroffenen einzusetzen und eine bundesweite Interessenvertretung zu gründen. Im Gegensatz zu vielen Krankheiten und Behinderungen, die seit langem eigene Patientenvertretungen haben, gab es dies für depressiv Erkrankte bisher nicht. Dies lag vermutlich auch in der Erkrankung selbst begründet, zu deren Hauptsymptomen eine lähmende Antriebslosigkeit gehört. In einer akuten depressiven Episode ist kaum jemand in der Lage, sich in solcher Weise zu engagieren, und viele Betroffene, die eine Depression überstanden haben, mögen sich nicht mehr damit auseinandersetzen.

Dennoch fand sich Anfang 2009 eine kleine Kerngruppe, die das Projekt in Angriff nahm, und am 16. Mai 2009 trafen sich dann 18 Nutzer des Diskussionsforums in Kassel und gründeten die Deutsche DepressionsLiga.