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Wochenbettdepression / postpartale Depression

 

Bei 5-10 Prozent aller Frauen klingt der Babyblues nicht nach 10 Tagen ab oder die depressiven Symptome entwickeln sich erst innerhalb der folgenden Wochen.

Beim Vorliegen einer gewissen Erkrankungsbereitschaft (Vulnerabilität) kann durch die hormonelle Umstellung eine Depression ausgelöst werden. Es gibt aber auch psychologische Faktoren, die eine Rolle spielen, denn nach der Geburt kommen auf die Mutter viele neue Aufgaben zu, die oft von Ängsten begleitet werden.

Die typischen Symptome einer Wochenbettdepression sind ständige Erschöpfung und das Gefühl, den Aufgaben als Mutter nicht gewachsen zu sein. Die Betroffenen fühlen sich schuldig, weil sie mit einem gesunden Baby nicht glücklich sein können und befürchten, ihr Baby nie richtig lieben zu können.

Diese Mütter brauchen dringend professionelle Hilfe, denn abgesehen von den quälenden Symptomen und der Selbsttötungsgefahr, beeinträchtigt eine Wochenbettdepression, welche Wochen oder Monate andauern kann, auch die Beziehung zwischen Mutter und Kind und damit auch die Gesundheit des Kindes.

Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Erkrankung entsprechend den Behandlungsrichtlinien für Depressionen.

Risikofaktoren für das Erkranken an einer Wochenbettdepression sind Depressionen in der Vorgeschichte oder in der Herkunftsfamilie und besondere emotionale Belastungen während der Schwangerschaft oder nach der Geburt.

Neben äußeren Einflüssen scheint es allerdings auch angeborene, genetische Faktoren zu geben, die das Erkrankungsrisiko beeinflussen. Einem Forscherteam am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München ist es gelungen, Biomarker zu finden, die das Risiko für eine Wochenbettdepression bereits während der Schwangerschaft anzeigen.

In Zukunft wird es möglich sein, das Erkrankungsrisiko vorherzusagen und die betroffenen Frauen dann frühzeitig entsprechend zu begleiten.

In seltenen Fällen (ein bis zwei von tausend Frauen) entwickelt sich in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt eine Wochenbettpsychose, mit Verwirrtheitszuständen und Halluzinationen. Da ein hohes Risiko besteht, dass die Betroffenen sich oder ihr Kind schädigen, müssen sie umgehend ärztlich behandelt werden.

Literaturangabe

Niklewski, Günter, Riecke-Niklewski, Rose, Depressionen überwinden, 5. überarbeitete Auflage, 2010 Stiftung Warentest, Berlin

http://news.doccheck.com/de/newsletter/744/5277/ Stand April 2014

Kategorien

Depression und besondere Lebenssituation, Diagnose

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