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Depression bei Kindern und Jugendlichen

 

Bei Babys und Kleinkindern kann der Verlust einer Bezugsperson oder ein Mangel an Geborgenheit depressive Symptome auslösen. Die betroffenen Kinder essen schlecht, haben Einschlaf- und Durchschlafstörungen oder ein erhöhtes Schlafbedürfnis und wirken oft teilnahmslos oder sind leicht reizbar. Sie sind meist sehr anhänglich und können schlecht alleine sein. Häufig kommt es zu einer Entwicklungsverzögerung, sie lernen später laufen und sprechen. Auch übermäßiges Daumenlutschen oder schaukelnde Bewegungen des Körpers können Anzeichen einer Depression sein.

Im Vorschulalter zeigen depressive Kinder oft eine verminderte Mimik und Gestik. Es kommt weiterhin zu Ess- und Schlafstörungen. Betroffene Kinder können sich nicht wirklich freuen, sind auffallend ängstlich und zeigen wenig Interesse an neuen motorischen Herausforderungen (Roller fahren, Klettern, etc.). Oft sind sie leicht irritierbar, ihre Stimmung schlägt schnell um, teilweise auch in aggressives Verhalten. Manchmal äußern sie erste typisch depressive Gedanken: „keiner hat mich lieb“, „keiner will mit mir spielen“.

Im Alter von 6-12 Jahren verstärken sich die psychischen Symptome der Depression. Die Kinder sind traurig und ängstlich. Sie entwickeln unangemessene Schuldgefühle und sind sehr selbstkritisch. Durch Konzentrationsstörungen kann es zu Leistungsabfall in der Schule kommen. Die betroffenen Kinder spielen weniger mit Gleichaltrigen. Neben Ess- und Schlafstörungen klagen sie über Bauch- und Kopfschmerzen. Manchmal tauchen auch schon erste Suizidgedanken auf.

Im Alter von 13-18 Jahren ist die Unterscheidung zwischen „normalen“ pubertätsbedingten Verhalten und depressiven Symptomen schwierig, denn die Grenzen sind fließend. In der Pubertät steigt das Risiko, an einer Depression zu erkranken, deutlich an. Während vor der Pubertät das Geschlechterverhältnis gleich ist, verändert sich das Verhältnis erkrankter männlicher Jugendlicher zu weiblichen Jugendlichen etwa zu 1:2. Es kommt zu einem deutlichen Anstieg der Suizidgedanken und auch -versuche. Neben körperlichen Symptomen wie Kopfschmerzen, Ess- und Schlafstörungen fallen bei depressiven Jugendlichen das geringe Selbstvertrauen, Leistungsabfall, Lustlosigkeit und Stimmungsschwankungen auf. Sie haben häufig das Gefühl, den sozialen Anforderungen nicht gewachsen zu sein und ziehen sich zurück. Auch Alkohol- und Drogenkonsum sowie aggressives Verhalten können auf eine Depression hinweisen.

Depressive Kinder und Jugendliche haben ein bis zu 80%iges Risiko, im Erwachsenenalter erneut eine Depression zu entwickeln.

Abgesehen vom Leidensdruck verhindert die Depression eine altersgemäße Entwicklung und deshalb ist es wichtig, sie zu behandeln.

Da die Wartezeiten auf einen Termin bei Kinderpsychiatern und Kinderpsychotherapeuten häufig sehr lang sind und manche Kinder und Jugendliche auch Vorbehalte gegen diese Berufsgruppen haben, bieten sich als ersten Anlaufstellen der Kinderarzt oder auch die Erziehungs- und Familienberatungsstellen an.

Literaturangabe

Niklewski, Günter, Riecke-Niklewski, Rose, Depressionen überwinden, 5. überarbeitete Auflage, 2010 Stiftung Warentest, Berlin und http://www.buendnis-depression.de/depression/kinder-und-jugendliche.php (Stand März 2015)

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