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Erklärungsmodelle für Entstehung und Aufrechterhaltung der Depression

 

- Psychoanalytiker und Tiefenpsychologen verstehen die Depression als eine Folge von früheren negativen Erfahrungen. Nicht die aktuelle Problemsituation, sondern die Wiederholung einer „alten Geschichte“ mit den dazu gehörigen Gefühlen (die jetzt nicht mehr passen), löst die Krankheit aus.

Die Depression funktioniert als eine Art Notbremse, die unbewusst in einer bedrohlichen Situation gezogen wird. Beim Säugling dient das Herunterfahren aller Lebensfunktionen dem Schutz vor einer lebensbedrohlichen Gefahr.

In Form einer „depressiven Abwehr“ tritt diese innere Lähmung dann beim Erwachsenen als Schutzmechanismus vor überwältigenden Gefühlen auf, wenn alle anderen Lösungsversuche gescheitert sind.

- Verhaltenstherapeutische Modelle:

1.     Verstärkerverlustmodell (Lewinsohn): Durch eine Veränderung der Lebensumstände (z.B. Trennung oder Arbeitslosigkeit) entfallen bisherige positive Verstärker und neue stehen noch nicht zur Verfügung. Wenn sich aufgrund des Verstärkermangels eine Depression mit Antriebsmangel und depressivem Rückzug entwickelt, werden positiven Erfahrungen immer seltener – ein Teufelskreis entsteht.

2.     Modell der erlernten Hilflosigkeit (Seligmann): Der Betroffene hat in seiner Lebensgeschichte die Erfahrung gemacht, dass er Situationen hilflos ausgeliefert ist. Daher empfindet er negative Erlebnisse als unveränderlich und unbeeinflussbar.

3.     Das kognitive Modell (Beck): Negative Gedanken sind die Ursache für negative Gefühle. (siehe Kognitive Therapie nach Aaron Beck)

Literaturangabe

Niklewski, Günter, Riecke-Niklewski, Rose, Depressionen überwinden, 6. aktualisierte Auflage, 2012 Stiftung Warentest, Berlin

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Ursachen und Erklärungsmodelle

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Wissensdatenbank Depression

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