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Therapie mit Antidepressiva

 

Nach dem heutigen Wissensstand liegt bei einer Depression ein Mangel der Botenstoffe Noradrenalin und Serotonin vor. Der Wirkmechanismus der meisten Antidepressiva beruht darauf, die Menge dieser Botenstoffe zu erhöhen.

Aber auch ein Zuviel des Botenstoffs Dopamin kann zu Depressionen führen, die dann häufig durch zusätzliche wahnhafte Anteile gekennzeichnet sind. Bei diesen Depressionsformen werden manchmal auch Antipsychotika (Neuroleptika) eingesetzt, die vor allem auf den Dopamin-Stoffwechsel wirken.

Bei leichten Depressionen gibt es widersprüchliche Studien zum Vergleich der Wirksamkeit von Antidepressiva und Placebos (Scheinmedikamente).

Die Wirksamkeit einer Psychotherapie, besonders der kognitiven Verhaltenstherapie ist nachgewiesen, jedoch beträgt die Wartezeit auf einen Therapieplatz unter Umständen mehrere Monate und es dauert weitere Wochen bis sich erste Erfolge einstellen.

Aber auch Antidepressiva entwickeln erst nach zwei bis sechs Wochen ihre volle Wirkung und nicht jeder Patient spricht auf das erste Medikament an.

Bei der Entscheidung für oder gegen Antidepressiva bei leichten Depressionen spielen neben der grundsätzlichen Einstellung des Patienten auch die Vorgeschichte (z.B. frühere mittelgradige und schwere Episoden) oder äußere Faktoren (langanhaltende Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz oder im familiären Umfeld) eine Rolle.

Bei mittelgradigen Episoden wird in der Regel eine Kombination von Antidepressiva und Psychotherapie empfohlen.

Bei schweren Depressionen ist eine Therapie mit Antidepressiva dringend angezeigt; für eine anschließende Psychotherapie sollten die Betroffenen eine gewisse Stabilisierung erreicht haben.

Literaturangabe

http://www.deutsche-depressionshilfe.de/stiftung/pharmakotherapie.php Stand März 2015

Müller-Rörich, Hass, Margue, van den Broek, Wagner: Schattendasein – Das unverstandene Leiden Depression, 2. überarbeitete Auflage, 2013 Springer Medizin Verlag Heidelberg

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